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Offener Brief des Sportkreis Mannheim

Dr. Sabine Hamann zur Lage der Sportvereine

Liebe Sportfreundinnen,

Liebe Sportfreunde,

 

die Vorsitzende des Sportkreis Mannheim hat einen offenen Brief an die politisch Verantwortlichen des Landes und der Kommune veröffentlicht. Diesen stellen wir Ihnen hier gerne zur Verfügung:

 

Dr. Sabine Hamann

 

Offener Brief an die Damen und Herren Mandatsträger

der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik

für die Stadt Mannheim und die Städte und Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises

“Vereine bleiben die sozialen Tankstellen unseres Landes”, äußerte vor kurzem Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Komitees. Es handelt sich derzeit allerdings um geschlossene soziale Tankstellen, mit allen sich daraus ergebenden Folgen und Risiken.

Selbstverständlich akzeptiert auch der Sportkreis Mannheim die Maßnahmen der Bundesregierung vollumfänglich und trägt diese verantwortungsbewusst mit. Unsere Vereine haben durch die komplette Einstellung des Sport-, Trainings- und Wettkampfbetriebs einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet. Sie haben wichtige körperliche Distanz jederzeit sichergestellt und tun dies noch.

 

Damit sich aus dieser gesellschaftlichen Verantwortung nun nicht eine für unsere Vereine

existenzgefährdende soziale Distanz entwickelt, ist der Einstieg in ein professionelles

Krisenmanagement unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Prognosen nötig.

 

Es ist uns bewusst, dass es (wie Bundeskanzlerin Merkel verdeutlicht) kein Zurück zu dem Status Quo Ante geben wird, aber der organisierte Sport benötigt ein Stufenkonzept unter differenzierter Betrachtung der unterschiedlichen Bereiche.

 

Derzeit unterscheidet die Landesverordnung bereits den Profi- vom Breitensport. Es ist notwendig, diese unterschiedliche Behandlung unter strenger Beachtung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften schnellstens aufzuheben, so dass alle Vereinsmitglieder wieder die

Möglichkeit erhalten, ihren Sport bestmöglich und sicher auszuüben.

 

Für uns als Sportkreis bedeutsam ist es dabei, weg von einer passiven Regelbefolgung hin zu einer aktiven Solidargemeinschaft unter Anhörung der Aktiven und Betroffenen schnellstmöglich einen Stufenplan zu entwickeln, der die längerfristigen Einschränkungen für die Betroffenen vor Ort aushaltbar macht und so zu einer höheren Akzeptanz führt. Die vorliegende Rückmeldung der Akteure in dieser Situation sollte gehört werden, der Dialog ist für die Akzeptanz der zu

ergreifenden Maßnahmen von zentraler Bedeutung.

 

Wir bitten daher die politischen Akteure, sich dafür einzusetzen, dass grundsätzlich

Einzelsportarten ohne Körperkontakt unter den gebotenen Auflagen zugelassen werden. Was

Mannschaftssportarten angeht, so kann eine Orientierung an der geplanten Vorgehensweise der

Schulöffnungen im Sinne einer stufenweisen Lockerung erfolgen. Dabei müssen selbstverständlich die aktuellen Infektionsschutz-, Hygiene- und Abstandsregeln gewährt bleiben, die in den einzelnen Sportarten ganz unterschiedlich umsetzbar sind. Daher sollte (wie vom Landessportverband vorgeschlagen) in Szenarien gedacht und argumentiert werden und entsprechende Empfehlungen vorliegen, wenn Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am 30.04.2020 auch über etwaige Lockerungen für Sportstätten debattieren werden.

 

Um die finanziellen Schäden von den Vereinen so weit als möglich abzuwenden, sollten

Hilfsprogramme schnellstmöglich bei den Vereinen ankommen, diese aber insbesondere auch über mögliche Unterstützungsmaßnahmen umfassend und niederschwellig informiert werden.

 

Mannheim 19.04.2020

 

Dr. Sabine Hamann

für den Sportkreis Mannheim

Offener Brief des Sportkreis Mannheim an die politisch Verantwortlichen von Dr. Sabine Hamann

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